Bei dieser Krankheit handelt es sich um eine natürliche Trübung der Linse. «Sie wächst wie ein Baumstamm», erklärt Prof. Carsten H. Meyer. «Mit jedem Jahr kommt eine neue Schicht dazu.» Die Folge: Ab dem 40. Lebensjahr wird die Linse härter – viele kaufen dann ihre erste Lesebrille. Danach folgt langsam die Trübung der Linse. Je nach Schweregrad sehen betroffene Personen die Welt wie durch einen Schleier – wer nichts unternimmt, kann erblinden. «Der graue Star ist die häufigste Erblindungsursache der Welt», sagt Prof. Meyer. Die erfreuliche Nachricht: Mit einer einfachen Operation kann die trübe Linse ausgetauscht werden.
Die Standardmethode heisst Phakoemulsifikation. Dabei führt der Arzt ein kleines Röhrchen ins Auge, zerkleinert und entfernt die trübe Linse mittels Ultraschall und setzt eine klare Kunstlinse ein. «Das alles dauert pro Auge nur 10 Minuten, ist schmerzfrei und braucht keine Vollnarkose», sagt Prof. Meyer. Die Risiken dieses Eingriffs liegen unter einem Prozent. Den grauen Star kann man in jedem Krankheitsstadium operieren. «Ich empfehle aber trotzdem, es nicht zu lange hinauszuzögern und regelmässig zur Kontrolle zu gehen», sagt der Augenarzt. «Denn in seltenen Fällen entwickelt sich aus dem grauen ein grüner Star.»
Wer nicht nur eine Standardlinse möchte, kann eine vorhandene Fehlsichtigkeit im gleichen Schritt beseitigen. Dafür braucht es lediglich eine spezielle Korrekturlinse.
Grauer Star