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Schielen

«Beim frühkindlichen Schielen ist es besser, wenn nicht nur ein Auge schielt», sagt Prof. Schworm. «Denn wenn abwechselnd beide Augen schielen, werden beide Augen gleich stark beansprucht und damit wird die Sehentwicklung beider Augen gefördert.» Stehe immer nur eines in Schielstellung, nehme nur das nicht schielende Auge am aktiven Sehen teil und behindere damit die visuelle Entwicklung des schielenden Auges, erklärt der Spezialist.

Beim Schielen unterscheidet man zwischen zwei Arten: dem frühkindlichen Schielen und dem erworbenen Schielen. Nur Personen, die nicht von klein auf schielen, sehen Doppelbilder. Denn bei Kindern wird der Seheindruck des schielenden Auges einfach ausgeschaltet. Damit droht aber auch eine Schwächung des ausgeschalteten Auges. Erste Massnahme dagegen: die Okklusionsbehandlung. Dabei klebt man mit einer pflasterartigen Abdeckung das bessere Auge zu. Damit trainiert man das schlechtere Auge und verbessert so das Sehen.

«Eine Augenmuskeloperation ist die einzige Möglichkeit, wie man die Schielstellung beseitigen kann», sagt Prof. Schworm. Dabei verkürzt oder verlagert man bestimmte Augenmuskeln, sodass die Stellung der Augen korrigiert wird. «Die Erfolgschancen stehen bei gut 90 Prozent. Bei den verbleibenden knapp 10 Prozent muss man gegebenenfalls nochmals nachkorrigieren.» Das gilt für Erwachsene wie für Kinder.